Immer wieder entdecke ich bei meinen kulinarischen AusflĂŒgen das eine oder andere traditionelle Brotrezept eines Landes. Besonders gefallen hat mir dieses RugbrĂžd, das wahrscheinlich berĂŒhmteste Roggenbrot DĂ€nemarks. Nicht nur der relativ hohe Körner-Anteil sondern auch die total einfache Zubereitung haben mich sofort fasziniert. Da braucht’s keinen Mixer, es reicht ein Löffel, aber etwas Zeit und Geduld sollte man haben.đ
Kategorie: Kulinarische Weltreise
80. In 80 Gerichten um die Welt
Sniglar đ«đŽ
Zimtschnecken sind, von Skandinavien ausgehend, in ganz Mitteleuropa aber auch in Nordamerika stark verbreitet. Ob das nun dĂ€nische „Kanelsnegl“, schwedische „Kanelbulle“, nordamerikanische „Cinnamon rolls“ oder ganz einfach österreichische „Schnecken“ sind, sie bestehen meist aus Germteig, sind mit Butter bestrichen, mit einer Zimt-Zucker-Mischung bestreut und aufgerollt. Manchmal kommen noch Rosinen in die FĂŒllung und auch ein Zuckerguss auf den Schnecken ist weit verbreitet. Und dann gibt’s da noch die, zum dĂ€nischen Königreich gehörenden, Schafsinseln mit ihren „Sniglar“. Wenn ich jetzt noch ein blamables 0:1 der österreichischen FuĂball-Nationalmannschaft im Jahre 1990 auf dieser Insel erwĂ€hne, dann wissen wohl viele (wahrscheinlich alleđ) wo ich gelandet bin, oder?
Moussaka đŹđ·
Wenn man mich nach meiner Lieblings-Urlaubs-Destination fragen wĂŒrde, dann wĂ€re Griechenland sicher ganz vorne dabei. Damit bin ich wieder auf mir bekanntem Territorium gelandet, denn da war ich schon oft. Als ich zu Beginn meiner kulinarischen Weltreise gefragt habe, wo ich denn einen Stopp einlegen und welches Gericht ich dort machen soll, wurde Griechenland und Moussaka öfters genannt. Auch fĂŒr mich ist das ein Gericht, dass untrennbar zu Griechenland und Urlaub gehört.â€
Jollof đłđŹ
Afrika ist fĂŒr mich totales Neuland. Weder habe ich den Kontinent bereist, noch bin ich mit der KĂŒche und den Gerichten der LĂ€nder vertraut. Das macht es einerseits leichter, aber die Auswahl der Gerichte, mit oft unbekannten Zutaten, auch nicht einfacher. HĂ€ngen geblieben bin ich im Westen des Kontinents, in Nigeria. Dort ist der aromatische „King of Rice“ Jollof mit der der vielseitigen Obe Ata, einer nigerianischen Paprikasauce, ein richtiges Party-Food. Also auf zur KĂŒchen-Party, heute gibt’s Jollof.
Ftira Għawdxija đČđč
Ftira (sprich: ftee-rah) ist ein rundes ringförmiges Fladenbrot, das dem traditionellen maltesischen Brot sehr Ă€hnlich ist. Auf Malta wird das Brot in der Mitte aufgeschnitten und wie ein Sandwich mit Thunfisch, Oliven, Kapern, Zwiebeln und maltesischem ZiegenkĂ€se (gbejniet) gefĂŒllt. Neben der maltesischen Ftira gibt es auf Gozo (Għawdex), der zweiten Hauptinsel der Republik Malta, die Gozitan Ftira oder Ftira Għawdxija.
Stegt flĂŠsk med persillesovs đ©đ°
Die DĂ€nen haben mir die Auswahl eines traditionellen Gerichts ganz leicht gemacht. Im Jahr 2014 hat das Ministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Fischerei zur Abstimmung ĂŒber das offizielle Nationalgericht DĂ€nemarks aufgerufen. Der eindeutige Sieger aus acht Gerichten in der entscheidenden Runde, mit 44% der Stimmen, war „Stegt flĂŠsk med persillesovs“. Wer jetzt noch immer nicht weiĂ was ich hier gekocht habe, dem geht es genau so wie mir, als ich das zum ersten Mal gelesen habe. Dabei ist Sache ganz einfach, denn es ist …
Babka đźđ±
Immer wieder taucht auf den diversen Social-Media-KanĂ€len eine „Babka“ auf und mindestens genau so lange geistert der Gedanke in meinem Kopf herum, so etwas auch einmal zu probieren. Sieht zwar etwas kompliziert aus, aber letzten Sonntag war es dann soweit. Das Wetter war schlecht und wenn irgendwas die Laune heben kann, dann wohl ein StĂŒck Kuchen. Da hat sich dann aber gleich die Frage gestellt, wo die Babka eigentlich ihren Ursprung hat. Das ist gar nicht so leicht aufzuklĂ€ren, den die Babka gibt es sowohl in Polen, aber auch ĂŒber die Ukraine bis nach Albanien und in vielen weiteren OstlĂ€ndern. Babka oder Baba bedeutet in diesen LĂ€ndern so viel wie GroĂmutter. Dort ist es aber eher ein ungefĂŒllter Kuchen aus Germteig in Guglhupf-(Napfkuchen)-Form. Der gefĂŒllte Germ-Zopf, der in einer hohen Kastenform gebacken wird, dĂŒrfte jĂŒdische Wurzeln haben. Der Kuchen ist meist mit Zimt oder Schokolade gefĂŒllt und mit Streuseln dekoriert. Die nicht geflochtene, sondern nur gerollte Form, die auch bei uns ĂŒblich ist, dĂŒrfte dem „Kokosh“ aus den jĂŒdischen BĂ€ckereien sehr Ă€hnlich sein (Quelle: Wikipedia). Ein weiteres Indiz fĂŒr die israelische Herkunft ist auch das im Internet wohl am hĂ€ufigsten aufscheinende Babka-Rezept aus „Jersualem“, von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi.
Bacalhau Ă BrĂĄs đ”đč
Wenn in Portugal von Bacalhau, also Stockfisch, die Rede ist, dann geht es um den gesalzenen und getrockneten Kabeljau, der im ganzen Land und vielen Gerichten allgegenwĂ€rtig ist. Die portugiesische Liebesbeziehung mit Bacalhau besteht seit ĂŒber 500 Jahren und das obwohl der Kabeljau in den GewĂ€ssern rund um Portugal gar nicht heimisch ist. Die Portugiesen erkundeten ab dem 15 Jahrhundert die Weltmeere, entdeckten auf ihren Reisen den Kabeljau und nutzten ihn gesalzen und getrocknet als Proviant. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten, wobei der Kabeljau hauptsĂ€chlich aus Norwegen und Island importiert wird, und prĂ€gt nach wie vor die portugiesische KĂŒche. Eines dieser traditionellen Gerichte ist Bacalhau Ă BrĂĄs.
Chivito al Pan đșđŸ
Nach einer kurzen Schöpfungspause bin ich wieder auf Weltreise und diesmal habe ich es nach Uruguay geschafft. Was isst und mag man in Uruguay? Gut, diese Frage ist schnell geklĂ€rt, denn wie sehr oft in den sĂŒdamerikanischen LĂ€ndern ist die typische LandeskĂŒche sehr fleischlastig. Kein Wunder also, dass man in den „Parrilladas“, den Grillstuben, das Nationalgericht Uruguays bekommt, „Assado de Tira“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als gegrilltes Fleisch mit eher hohem Fettanteil, zumeist vom Rind. GewĂŒrzt wird mit „Chimichurri“ und wer Beilagen vermisst, die gibt es auch. Churrasco (Innereien), Chorizo (scharfe Bratwurst) und Morcilla (Blutwurst) vervollstĂ€ndigen ein Assado. Grillerherz, was willst du mehr. Ganz oben auf der Hitliste steht auch die „Muzzarella“, die Pizza Uruguays. Nachdem ich aber keinen Germteigfladen mit Tomatensauce, KĂ€se, Mayonnaise und Ketchup machen wollte, ich dĂŒrfte sonst nie wieder nach Neapelđ, habe ich mich fĂŒr ein „Chivito“ entschieden.
WeiterlesenFeijoada Ă brasileira đ§đ·
Eigentlich wollte ich nach Uruguay, aber dann ist der Winter bei uns zurĂŒckgekehrt und ich bin in Brasilien hĂ€ngen geblieben. Aber jetzt der Reihe nach. Brasilien ist das fĂŒnftgröĂte Land der Welt und jede Region hat ihre besonderen Gerichte. Die KĂŒche des riesigen Landes ist sehr vielseitig und wurde durch portugiesische und afrikanische EinflĂŒsse geprĂ€gt. Die bekanntesten Gerichte kommen aus dem SĂŒdosten, rund um Rio de Janeiro und SĂŁo Paulo. Hier sind die EinflĂŒsse der portugiesischen Kolonialzeit deutlich zu spĂŒren und aus dieser Region kommt auch „das“ brasilianische Nationalgericht, die „Feijoada Ă brasileira“.