Heute bin ich im Nahen Osten unterwegs und die Zuordnung meines Gerichts zu einem Land ist gar nicht so einfach. Das Gericht gibt es sowohl im Libanon, aber auch in Syrien, Israel, Palästina, Jordanien, Ägypten und wer weiß wo sonst noch überall. Damit es ganz lustig wird hat das Gericht auch noch viele, zwar ähnlich klingende aber dennoch unterschiedliche, Namen. Ob und wo das jetzt Mujaddara, Mejadra, Mujdara oder Megadarra heißt lässt sich für einen Laien fast nicht wirklich feststellen. Am häufigsten habe ich es als Mujaddara im Libanon gefunden. Im Nahen Osten ist das Gericht unter anderem auch eine traditionelle Fastenspeise der Christen und soll bereits im 13.Jahrhundert im Irak niedergeschrieben worden sein. Wer der Ur-Blogger war, konnte ich nicht feststellen.😉
Kategorie: Kulinarische Weltreise
80. In 80 Gerichten um die Welt
Skúffukaka 🇮🇸
Fremde Sprachen können einen manchmal ganz schön verwirren und lösen von Zeit zu Zeit auch ein Kopfkino aus, über das wir hier gar nicht weiter reden wollen.🙊🤣 Ich hatte keine Ahnung, wobei es sich bei Skúffukaka handelt, geschweige denn, was es bedeutet. Zuerst einmal muss man wissen, dass Skúffukaka aus Island kommt und dann spuckt der Online-Übersetzer „Schubladenkuchen“ aus. Somit löst sich dann auch das Kopfkino auf, denn Kuchen klingt ja mal nicht so schlecht. Ob mit „Schublade“ das Backblech gemeint ist, oder ob der Kuchen dann „Lakkaka“ heißen müsste, ist mir nicht klar aber auch egal. Beim Blick auf die Zutatenliste wird rasch klar, dass es sich um einen saftigen (darauf kommen wir später noch zurück!) Schokokuchen mit Kakao, ganz viel Zucker🙈, Buttermilch und Lakritze🤔 handelt. Echt schräg war mein erster Gedanke – passt zu mir!😜
İmam bayildi 🇹🇷
Ein großer Vorteil meiner kulinarischen Weltreise, sind die vielen Geschichten die ich rund um meine Gerichte in Erfahrung bringe. Das Gericht meines heutigen Abstechers in die Türkei hat die Geschichte quasi schon im Namen. „İmam bayıldı“ heißt, frei übersetzt, so viel wie „Der Imam fiel vor Entzücken in Ohnmacht“. Der Legende nach soll besagter Imam aka Vorbeter, als er dieses Gericht zum ersten Mal probierte, ob des überaus köstlichen Geschmacks vor Entzücken in Ohnmacht gefallen sein. Na bumm, wenn das keine Ansage ist. So was muss ich doch probieren.😜
Borschtsch 🇺🇦🇷🇺
Wenn man eine Weltreise unternimmt, dann kommt man leider auch einigen Krisenregionen dieser Welt recht nahe.🤷♂️ Das kann auch kulinarisch passieren und heute muss ich aufpassen, dass ich nicht zwischen die Fronten gerate.😜 Über den politischen Konflikt zwischen der Ukraine und Russland will ich hier nicht reden, aber auch wenn es um eines der Nationalgerichte beider Länder geht, gibt es ziemlich verhärtete Fronten. Wir reden hier über Essen und ja, es geht um Borschtsch, die traditionelle Rote-Rüben Suppe, die, wenn man etwas über den Tellerrand blickt, in ganz Osteuropa, wenn auch meist etwas unterschiedlich, verbreitet ist.
Kimchi 🇰🇷
Kimchi ist Koreas Nationalgericht. Daran kommt man als kulinarisch Weltreisender natürlich nicht vorbei. Für die Herstellung von Kimchi wird klassisch Chinakohl, Rettich, Karotten und Frühlingszwiebel verwendet. Das Gemüse wird gesalzen und dann in einer leuchtend roten, scharf-säuerlichen Marinade eingelegt und fermentiert. Durch die Milchsäurefermentation ändert sich der Geschmack des Gemüses und es wird vor allem haltbar macht. Das Ergebnis ist quasi ein scharfes “koreanisches Sauerkraut”.😜 In Korea wurde Kimchi früher in Fässer gefüllt und in der Erde vergraben. Heute haben viele Koreaner dafür einen eigens temperierten Kimchi-Kühlschrank. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das vitaminreiche Gemüse quasi zu jeder Mahlzeit, vom Frühstück bis zum Abendessen, am Speiseplan steht. Klingt spannend und ist es auch, vor allem, wenn man Kimchi noch nie gegessen, geschweige denn gemacht hat.😆
Pampuchy 🇵🇱
Viele Süßspeisen haben ihren Ursprung in der böhmischen Küche und es gibt davon oft unzählige regionale Abwandlungen in den angrenzenden Nachbarländern. So wird es wohl auch bei den Pampuchy aus Polen sein, die dort auch „Kluski na parze“ (Dampfnudeln) oder „Kluski parowe“ (Dampfknödel) heißen. Pampuchy sind also kleine, ungefüllte „Germknödel“, die über kochendem Wasser im Dampf gegart werden.
Chapati Rolex 🇺🇬
Nein, das ist keine Werbung! Auch wenn der Titel fast passen könnte, handelt es sich hier nicht um ein neues Modell der sündteuren Schweizer Zeitmessgeräte.😉 Natürlich geht es hier um Essen und ich habe ein echt spannendes Gericht entdeckt. Chapati Rolex besteht einerseits aus Chapati, einem ganz einfachen Fladenbrot, ähnlich einer mexikanischen Tortilla und Rolex. Rolex kommt von einer sprachlichen Verfälschung aus Englisch und Luganda, zwei von fast vierzig Sprachen in diesem ostafrikanischen Land, und bedeutet so viel wie “rolled eggs”. So, das wäre geklärt, aber wo bin ich heute? Das Gericht ist ein beliebter Street-Food-Snack in Kampala, der größten Stadt, die gleichzeitig auch Hauptstadt des Landes ist. Wer hat’s schon?
Trinxat 🇦🇩
Nach unserem späten Urlaub hat uns der Herbst in Österreich voll „erwischt“. Regen, Nebel, wenig bis keine Sonne und fast zwanzig Grad weniger als noch vor einer Woche.😬 Da kann es nicht schaden, wenn ich auf meiner kulinarischen Weltreise die deftigen Rezepte hervorkrame. Ein traditionelles Gericht, das durch seine Einfachheit besticht und nur aus wenigen Zutaten besteht, ist das aus den Pyrenäen stammende Trinxat. Genauer gesagt kommt Trinxat aus dem kleinen Andorra und den angrenzenden katalonischen Regionen Cerdanya und Alt Urgell. Der Name Trinxat bedeutet so viel wie „geschnitten und gestampft“. Stellt sich nur noch die Frage, was hier geschnitten und gestampft wird.😉
Tajarin 🇮🇹
Ich musste meine virtuelle „kulinarische Weltreise“ für zwei Wochen unterbrechen. Der Grund war einfach und erfreulich – wir waren auf Urlaub und das in Italien.❤ Einmal mit dem Auto quer, längs wäre für zwei Wochen zu weit🙈, durch Italien mit Schwerpunkt Ligurien. Dass das für einen Italien-Liebhaber auch kulinarisch ein Vergnügen ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Nach Wanderungen in der Cinque Terre Region und Besichtigung von Genua hat es uns an die Strände der „Rivëa de Ponente“, den westlich von Genua gelegenen Teil Liguriens verschlagen. Die Heimreise haben wir dann recht großzügig quer durch das Piemont angelegt. Man kann doch nicht so einfach an Barolo und Alba vorbeifahren, wenn man schon mal so nahe ist. Klar, oder?
WeiterlesenOjja 🇹🇳
Wo bin ich denn da gelandet und kann das wirklich sein? Zunächst einmal bin ich in Nordafrika, genauer gesagt in Tunesien, gelandet und das heutige Gericht meiner „kulinarischen Weltreise“ heißt dort „Ojja“. Das sieht doch aus wie die würzige Paprika-Tomaten-Sauce mit den pochierten Eiern, oder? „Shakshuka“, in Tunesien? Kommt das nicht aus Israel? Nun, es dürfte genau anders herum sein und aus der tunesischen „Ojja“ wurde in Israel, durch afrikanische Einwanderer, die „Shakshuka“. Wobei es „Chakchouka“ auch in Tunesien gibt, die allerdings mit Kartoffeln gemacht wird, aber das ist wieder eine andere Geschichte.😉