Bohnensterz

Bohnensterz

Dieser Beitrag läuft eindeutig unter dem Motto „back to the roots“ in mein Heimat-Bundesland Burgenland. Der Bohnensterz ist ein traditionelles burgenländisches Gericht. Witzigerweise läuft, während ich beginne diesen Beitrag zu schreiben, der Landkrimi aus dem Burgenland im TV.😂 Aber zurück zum Bohnensterz, der ist spannender.🙊 Der Bohnensterz, mit Mehl, Bohnen und Schmalz ist wahrlich keine Fastenspeise und stammt aus einer Zeit als körperliche Arbeit noch zum Alltag gehörte. Diese typisch burgenländische Sterz-Variante ist außerhalb der Landesgrenzen kaum bekannt, gibt’s wohl auf keiner Speisekarte, gerät immer mehr in Vergessenheit und auch ich habe ihn bisher nur „zu Hause“ gegessen aber noch nie selbst zubereitet. Das muss geändert werden!

Bohnensterz

Bohnensterz

Im Grunde ist der Sterz ein schnelles, relativ einfaches Gericht und doch gibt es einige Stolpersteine, denn die richtige Konsistenz ist am Ende gar nicht so leicht zu treffen. Der Grat zwischen „Staubtrocken“ und „Mehlbrei“ ist ein schmaler. Also habe ich meine Mutter nach dem Rezept gefragt. Die Mengenangaben für Mehl und Bohnen waren ja noch ziemlich klar, aber bei Bohnenwasser oder Schmalz wurde es schon schwieriger. „Ja, so genau kann ich dir das nicht sagen! Schon ‚a bissi‘ was, aber nicht zu viel! Bis er eben richtig ist!“ – na bravo.😂

Bohnensterz

Tags: #einnudelsiebbloggt #kochenwiedahoam #bohnensterz

Zutaten (4 Portionen):
Bohnensuppe
  • 350 g Bohnen, getrocknet (z.B. Wachtelbohnen)
  • 2 l Wasser (oder mehr)
  • Salz
  • 1 Knoblauchzehe (oder Knoblauchgranulat)
  • 2 TL Maizena (oder etwas Sauerrahm)
  • Pfeffer (wer mag)
Bohnensterz
  • 300 g Mehl, universal
  • 500 ml Bohnenwasser
  • 300 g Bohnen, gekocht
  • 100 g (Schweine-)Schmalz
  • Salz
Wasserspatzen
  • 60 g Mehl
  • 50 ml Wasser
  • Salz
  • Muskatnuss
Zubereitung:
Bohnensuppe
  • Die Bohnen mindestens 12 Stunden einweichen, abgießen und dann (ohne Salz!) in einem Topf mit frischem Wasser gut eine Stunde köcheln, bis die Bohnen wirklich weich sind. Sie sollten sich mit den Fingern leicht zusammendrücken lassen.
  • Das Bohnenwasser erst danach salzen und 500 ml Bohnenwasser und 300 g gekochte Bohnen für den Bohnensterz entnehmen.
  • Die restlichen Bohnen mit Knoblauch und Pfeffer abschmecken.
  • Etwas Stärkemehl in Wasser auflösen, einrühren und einmal aufkochen.
Wasserspatzen
  • Das Mehl mit dem Wasser, etwas Salz und einer Prise Muskatnuss zu einem zähflüssigen Teig vermischen und 30 Minuten quellen lassen.
  • Die „Wasserspatzen“ (kleine Nockerl) mit einem Teelöffel abstechen in die Suppe geben und einige Minuten gar ziehen lassen.
Bohnensterz
  • Das Mehl leicht salzen und in einer tiefen Pfanne (oder Reindl) unter ständigem Rühren rösten, bis die Feuchtigkeit aus dem Mehl zur Gänze verdampft ist, das Mehl leicht hellbraun wird und nussig zu duften beginnt. Diesen Vorgang nennt man „linden“ und das kann schon gut 10-15 Minuten dauern.
  • Währenddessen das Schmalz und das Bohnenwasser erhitzen.
  • Die Temperatur reduzieren und das Bohnenwasser in kleinen Mengen (je 100 ml) in die Pfanne zum Mehl gießen, durchrühren und die entstehenden Klumpen mit dem Kochlöffel zerteilen.
  • Diesen Vorgang mit dem restlichen Wasser rasch wiederholen. Die tatsächlich benötigte Wassermenge ist auch vom Mehl abhängig. Also zum Schluss aufpassen, dass der Sterz nicht zu „gatschig“ wird.
  • Die Bohnen hinzufügen, das heiße Schmalz auf den Sterz gießen („abbrennen“), alles gut verrühren und große Klumpen mit dem Kochlöffel zerteilen.
  • Den Sterz eventuell noch mit Salz abschmecken und kurz durchziehen lassen.
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Meine Lieblingskombination ❤ - Bohnensterz und Milch

Meine Lieblingskombination ❤ – Bohnensterz und Milch

Beim „linden“, also dem trocken Rösten, des Mehls braucht man Geduld und beim Bohnenwasser muss man am Schluss (wohl auch abhängig vom Mehl) etwas vorsichtig sein, aber sonst ist das wirklich keine Kunst. Ich habe mich herangetastet und bin sehr zufrieden, sowohl was Geschmack als auch die Konsistenz betrifft.

Der Sterz wird traditionell gemeinsam mit der Bohnensuppe gegessen, manchmal sogar mit der Suppe „vergatscht“. Zu Bohnensterz passt aber auch ein einfacher Gurkensalat oder mein Favorit, einfach ein Glas Milch. Wenn ich ganz lustig bin, dann kommt auch noch ein großer Löffel Marmelade (von der Mama) auf den Sterz.😋


Gutes Gelingen!


nudelsieb

6 Gedanken zu “Bohnensterz

  1. FEL!X schreibt:

    Habe gerade Bohnen eingeweicht für morgen. Könnte daraus durchaus ein Sterz + Suppe (für uns Suppenkasper = Suppen-Lovers) werden! Wasserspatzen: nie gehört (man lernt schliesslich nie aus!), klingt nach einfacher Pasta – wunderbar!
    Salat mit Gurken aus dem Garten? Kein Problem: die Ernte läuft hier nach wie vor!
    Mit besten Grüssen aus Fernost,
    Felix

    Gefällt 1 Person

      • FEL!X schreibt:

        Die Suppe hat uns gut geschmeckt, es durften auch ein paar Kräuter mitspielen: Bohnenkraut und Basilikum. Der Sterz ist mir nicht so gut gelungen: Mehl und Bohnen-Kochwasser ergaben zwar schöne Klümpchen, aber mit der Beigabe von Schmalz entstand eine Art Kloss…
        Ich finde es trotzdem immer spannend, fast vergessene Gerichte auszuprobieren.

        Gefällt 1 Person

      • Ein Nudelsieb bloggt schreibt:

        Oh, schade! Möglicherweise war’s zu viel Bohnenwasser, denn die Menge ist sicher von der Saugfähigkeit des Mehls abhängig. Trick 17 meiner Mutter – den Sterz zerteilen und im Backrohr leicht „trocknen“. Freut mich aber trotzdem, dass du den Sterz probiert hast und vielen Dank für dein Feedback. LG Günter

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  2. kulturbowle schreibt:

    Das sieht toll aus und liest sich interessant. Und bei den präzisen Angaben der „Mama“ kann ja (fast) nichts mehr schief gehen. 😉 Mal sehen, ob ich mich da mal heranwage, denn bis zum nächsten Burgenland-Urlaub ist wohl noch eine Weile hin und hier in Niederbayern habe ich das noch nie bekommen. Herzliche Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Ein Nudelsieb bloggt schreibt:

      Es ist nicht wirklich schwierig und die Mengenangaben sind nun ja schon etwas präziser😂 Ich lebe jetzt in der Steiermark und da gibt’s den Sterz in der Form auch schon nicht mehr. Dafür aber einen Heidensterz mit Buchweizenmehl.😉 Tja, mit Urlaub werden wir uns noch etwas gedulden müssen.
      Liebe Grüße Günter

      Gefällt 1 Person

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