Die erste Laufrunde des Jahres ist erledigt, der erste Blogbeitrag auch schon veröffentlicht. Das klingt nach gutem Start und einem Plan für 2025. Nun, Plan gibt’s bei mir auch heuer keinen🤷♂️, denn das habe ich mir schon vor Jahren abgewöhnt!😂 Dann ist mir aber Ankes Beitrag untergekommen, dem ich zu 100% zustimmen kann. Das hat mich dann doch etwas angespornt und der Wille nicht alles rund um meinen Blog auf die berühmte „lange Bank“ zu schieben, ist dann doch noch ein kleines Ziel für 2025.😜

Ich mach mich damit gleich an die Aufarbeitung der Weihnachts-Edition 2024 unserer „Essen mit Freunden“-Kochrunde. Die Vorbereitung dafür hat spannend begonnen, denn bei der Suche nach Ideen bin ich bei einem Video hängen geblieben, welches mich nicht mehr losgelassen hat. Blöderweise hat der 39-Sekunden Ausschnitt weder eine Erklärung noch ein Rezept geliefert und somit wurde der Lachs im Gelee-Block zu meinem persönlichen Kopf-Kino.
Roh wird der Lachs wohl nicht sein und er sieht auch nicht gebraten aus. Konfieren wäre eine Möglichkeit, aber dann müsste der Lachs vor dem Gelieren wieder abgekühlt werden und die Gefahr, dass er beim Zuschneiden zerfällt wäre wohl sehr groß. Warum nicht einfach beizen, wie schon meinen Gravlax vor zwei Jahren. Dadurch wird er von der Struktur her fester, lässt sich gut pressen und schneiden. Damit war ein Problem gelöst und der Lachs wurde mit einer weihnachtlichen Gewürzvariation (ohne Dill) gebeizt.
Der Gelee-Block um den Lachs war dann die nächste Herausforderung. Fischfond mit Gelatine wäre wohl der logischste Schritt gewesen, aber mir klang das irgendwie zu fad. In der nordischen Küche kommt man an Wacholder, der auch in der Lachsbeize vorkommt, kaum vorbei. Wo wird Wacholder noch verwendet? Genau, in Gin, mit dem ich ja auch schon den Lachs vor dem Beizen eingerieben habe! Bingo! Ich mix mir einen Gin-Tonic, genau genommen zwei, denn einen habe ich zur Feier des Tages gleich getrunken😂 und mach daraus das Gelee für den Lachs. In meinem Gin-Tonic kommt meist eine Gurkenscheibe und eine Prise Pfeffer hinein. Die Gurkenscheibe am Boden war somit gleich der Auslauf-Stopp in den Förmchen und etwas fermentierter Langpfeffer auf dem Lachs hat meinen „Gebeizten Lachs in Gin-Tonic mit Gurke und Pfeffer“ vollendet. Erbsen-Dill-Gel und Lachskaviar ist einfacher Schnick-Schnack fürs Auge.😜
Gebeizter Lachs in Gin-Tonic mit Gurke und Pfeffer
Tags: #einnudelsiebbloggt #essenmitfreunden #xmasedition
Zutaten (6 Portionen):
- Gebeizter Lachs
- 1 Salatgurke
- 5 Blätter Gelatine
- 300 ml Gin-Tonic (1:3)
- Langpfeffer, fermentiert
Garnitur
- Erbsen-Dill-Gel
- Lachskaviar
Zubereitung:
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Den Lachs einige Tage vorher nach diesem Rezept beizen. Bei der Gewürzmischung habe ich den Koriander durch etwas Piment, Gewürznelke und Sternanis ersetzt und den Dill weggelassen!
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Sechs rechteckige Dessertformen (8x4x4cm) unten mit Frischhaltefolie und Gummiring abdichten.
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Die Salatgurke der Länge nach in dünne Streifen hobeln, mit einem Dessertförmchen ausstechen und die Scheibe auf den Boden in das Förmchen legen. Die Förmchen im Gefrierfach mindestens 30 Minuten einfrieren.
1 Salatgurke
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Den Lachs (ohne Haut!) rechteckig, etwas kleiner als die Förmchen zuschneiden. Dabei soll auf allen Seiten ein 5mm breiter Rand bleiben.
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Die Gelatine in kaltem Wasser fünf Minuten einweichen.
5 Blätter Gelatine
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Den Gin-Tonic mischen. 50ml davon leicht erwärmen und die ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Danach mit dem restlichen Gin-Tonic verrühren.
300 ml Gin-Tonic (1:3)
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Den Lachs in die Förmchen legen und mit dem Gin-Tonic auffüllen.
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Den Langpfeffer in dünne Scheiben schneiden und nach Belieben mit einer Pinzette auf den Lachs legen.
Langpfeffer, fermentiert
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Die Förmchen sofort wieder in das Gefrierfach geben, bis das Gelee stockt (ca. 30-35 Minuten)
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Danach kann der Lachs bis zur Verwendung abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden.
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Die Folie von den Förmchen entfernen, auf eine Metall-Palette stellen, mit einem Bunsenbrenner außen leicht erwärmen und dann das Förmchen vorsichtig hochziehen.
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Den Lachs auf einen Teller heben und mit dem Erbsen-Dill-Gel und dem Lachskaviar garnieren.
Erbsen-Dill-Gel
Lachskaviar
💡 Mit dem restlichen Gin-Tonic, einer Gurkenscheibe und Pfeffer kannst du kleine Silikon-Halbkugel-Formen füllen, einfrieren und vor dem Servieren herausdrücken und auftauen.
💡 Die Oliven habe ich mit Sahnekren gefüllt und dann ein paar Sprossen hineingesteckt.


Der Lachs war durchaus eine Herausforderung, die aber Spaß gemacht hat und sowohl der Geschmack wie auch der Effekt am Teller war den ganzen Aufwand wert.
Wie das Essen dann weiter gegangen ist und warum das nächste Weihnachten möglicherweise ausfällt, verrate ich dir im nächsten Beitrag. Der kommt aber ganz bald – versprochen!
Just do it and have fun!

Das macht ja wirklich richtig was her! Sieht fantastisch aus und wenn man keine mäkeligen „Ich-hasse-Glibber“-Esser zu Gast hat 😆, sicher auch kulinarisch ein Highlight! 👌🏻
Ich wünsche Dir ein fabelhaftes neues Jahr voller Geschmacksexplosionen (und wenig Geschmacksverirrungen)! 😁
Ganz liebe Grüße aus dem Nachbarland! 🙋🏻♀️
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Die „eigentlich mag ich sowas nicht“ Zwischenrufe gibt’s bei Gästen ja immer wieder. Wenn es aber nicht gerade ein gesundheitliches Problem ist, dann sind die meisten neugierig genug die Dinge auszuprobieren. Jedem kann man es sowieso nicht recht machen 🤷♂️ und das ist auch nicht mein Ziel,😜 denn ich will lieber was ausprobieren, auch mit dem Risiko der Geschmacksverirrung!😂
Auch Dir ein gutes und gesundes neues Jahr!
Dankeschön und liebe Grüße aus dem Süden
Günter
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Wow, eine beeindruckende Vorspeise! Und sehr witzig deine Überlegungen, wie du zum Ergebnis gekommen bist ;-)))
lg und ein gutes Neues!
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Vielen lieben Dank, Friederike!
Es war tatsächlich ein witziger Prozess und hat viel Spaß gemacht, vor allem da das Ergebnis dann wirklich überraschend gut war.
Auch dir ein gutes neues Jahr.
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Raffiniert! Es freut mich, dass ich dich mit meinem Text motivieren konnte. Es wäre auch zu schade, so ein gelungenes Rezept länger für dich zu behalten. Apropos nordisch inspirierte Fischgerichte: Wir hatten gerade in Kopenhagen zu Weihnachten einen marinierten Hering (auf Smørrebrød), da war Zimt in der Marinade. Hätte nicht gedacht, dass das so lecker ist.
Danke fürs Verlinken, lieber Günter.
Auf ein neues, inspirierendes Jahr! Just do it! 💪
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Vielen Dank!
Ja, das Rezept auf nächstes Weihnachten zu verschieben wäre echt schade gewesen und wahrscheinlich hätte ich es bis dahin vergessen. Also besser gleich machen!😜 Den Hering mit Zimt kann ich mir gut vorstellen und ich finde es immer spannend mit neuen Kombinationen überrascht zu werden. Mich mehr mit der nordischen Küche (die ja aktuell sowieso trendy ist) zu beschäftigen ist auch so ein kleiner Plan. Mal schauen, was so passiert!
Liebe Grüße
Günter
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Das klingt saulecker. Chapeau!
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Dankeschön!🙏
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Sehr schön und perfekt umgesetzt!
Manchmal bleibe ich auch bei so einem 30-Sekunden-Filmchen ohne nähere Angaben hängen, merke dann aber, dass damit die eigene Kreativität angeregt wird! Beispiel: Gemüse-Kugeln mit Huhn.
Stets guten Appetit und weiterhin ein kreatives Händchen wünscht dir
Felix
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Es ist schon eine Aufgabe, wenn man nur vermuten kann, was sich die Person bei einem Gericht gedacht hat und wie es umgesetzt wurde. Ich kann aber auch gut abschätzen, was in meinen Möglichkeiten liegt. Viele dieser Videos lasse ich mit Bewunderung einfach vorbeiziehen.
Vielen Dank und nachträglich ein gutes neues Jahr
Günter
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Calling out ‚Happy New Year‘ from eastern Australia but being Estonian-born – your recipe totally seems ‚made for me‘ 🙂 ! Salmon is a firm favourite, gravlax the method it is often prepared and G&T my chosen libation if a glass of white wine is not placed before me . . . again a match! The dish looks elegant, and I can imagine the flavour . . . thank you !
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I wish you a happy new year too!
I’m very happy that you like my dish and that it suits your taste. I also love cooking with a glass of wine in my hand!😜
Best wishes from Austria to Australia
Günter
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