Ich war wieder einmal auf Urlaub in Italien, aber nicht wie man auf Grund des Beitrags vermuten könnte in Bari oder am Meer, sondern in den Bergen Südtirols. Eine Woche biken, wandern, auf 1500m Seehöhe schwimmen (im geheizten Hotelpool😁), die Seele baumeln lassen (das geht mit Aperol extra gut🙈) und das Leben genießen. Aber irgendwann ist der Urlaub vorbei, man kehrt heim und da stapelt sich die Post und unter anderem auch die wieder einmal nicht abbestellten Tageszeitungen. Liest du alte Tageszeitungen, wenn du vom Urlaub zurück kommst? Ich schon, zumindest den kulinarischen Teil. Die Comic-Seiten mit Politik🙊 eher nicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, beim Blättern in der Zeitung habe ich eine „Focaccia barese“ gesehen, die mit ihren frischen Paradeisern und Oliven wie ein farbenfrohes Gemälde ausgesehen hat. Als wir nach einem Rundgang im Garten mit einer Schüssel frischer Paradeiser in der Küche standen, war das wohl ein Wink des Schicksals. Ich bin kulinarisch ja so leicht zu verführen.😜
Die „Focaccia barese“ ist eine besondere Art von Focaccia, die ihren Ursprung in Bari, einer Hafenstadt an der Adria und Hauptstadt der süditalienischen Region Apulien, hat. Wie könnte es in Italien anders sein, werden für das Original nur die besten Zutaten verwendet. In diesem Fall Olivenöl, Tomaten und Oliven natürlich aus Apulien. Im Vergleich zu anderen Focaccia-Varianten, wie zum Beispiel dem ligurischen Klassiker aus Genua, ist die Focaccia barese in der Regel dicker, hat eine fluffige Textur, ist innen weich, während die Oberfläche knusprig und goldbraun ist. Eine charakteristische Eigenschaft der Focaccia barese ist ihre intensive Salzigkeit, durch die Bestreuung mit Meersalz, als Kontrast zur Süße der Paradeiser. Der Rest ist einfach Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Olivenöl. Ach ja und dann sind da noch gekochte und zerdrückte Erdäpfel im Spiel. Dadurch bleibt die Focaccia auch deutlich länger frisch, fluffig und saftig. Müßig zu erwähnen, dass die Baresi ein Geheimnis aus der genauen Rezeptur machen und dies von Familie zu Familie oder von Bäckerei zu Bäckerei variieren kann. Mein Rezept ist also wieder einmal eine intuitive Mischung aus mehreren Rezepten und gewiss nicht „Das Original“ aus Bari.😜
Focaccia barese 🇮🇹
Tags: #einnudelsiebbloggt #in80gerichtenumdiewelt
Zutaten (1 Blech):
- 150 g Erdäpfel
- 340 g Wasser
- 5 g Zucker
- 12 g Germ, frisch (4g Trockengerm)
- 30 Olivenöl
- 350 g Weizenmehl (W700)
- 250 g Semola Rimacinata di grano duro (Ital. Hartweizenmehl, alternativ Weizenmehl griffig)
- 10 g Salz (1 EL)
Belag
- Olivenöl
- Oregano, getrocknet
- Oliven, klein, ohne Kern
- Paradeiser, klein, rund
- Meersalzflocken
Zubereitung:
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Die Erdäpfel in Salzwasser weich kochen, schälen, mit einer Gabel zerdrücken und auskühlen lassen.
150 g Erdäpfel
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Das Wasser mit dem Zucker und der Germ in eine Rührschüssel geben und gut vermischen.
340 g Wasser
5 g Zucker
12 g Germ, frisch (4g Trockengerm) -
Das Olivenöl und die zerdrückten Erdäpfel hinzufügen und einrühren.
30 Olivenöl
-
Die Mehlmischung und das Salz hinzufügen und mit der Küchenmaschine 10 Minuten kneten. Bei Bedarf (je nach Mehlsorte und Luftfeuchtigkeit) noch etwas Wasser hinzufügen bis ein wirklich (gefühlt zu) weicher Teig entsteht.
350 g Weizenmehl (W700)
250 g Semola Rimacinata di grano duro (Ital. Hartweizenmehl, alternativ Weizenmehl griffig)
10 g Salz (1 EL) -
Den Teig zugedeckt ca. 3-4 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat.
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Ein Backblech großzügig mit Olivenöl bepinseln, den Teig darauf geben und mit geölten Fingerspitzen von innen nach außen flach drücken (nicht ziehen) bis er gleichmäßig über das gesamte Blech verteilt ist.
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Den Teig mit wenig Olivenöl beträufeln und mit getrocknetem Oregano bestreuen.
Olivenöl
Oregano, getrocknet -
Die Paradeiser halbieren und mit den Oliven in den entstandenen Mulden auf dem Teig verteilen und alles mit Meersalzflocken bestreuen.
Oliven, klein, ohne Kern
Paradeiser, klein, rund
Meersalzflocken -
Die Focaccia noch etwa eine Stunde gehen lassen.
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Das Backrohr auf 220°C Ober-/Unterhitze rechtzeitig vorheizen und die Focaccia barese etwa 25 Minuten backen, bis sie goldbraun und knusprig ist.
💡 Die Menge des Wasser im Teig hängt stark von der Luftfeuchtigkeit der Umgebung und der Art des Mehls ab und ist somit nur ein Richtwert. Im Zweifelsfall eher mehr verwenden und auf keinen Fall zu sparsam sein, denn der Teig soll wirklich sehr weich sein.




Die Focaccia barese ist ein beliebter Snack oder Beilage in der italienischen Küche und wird oft in Bäckereien, Restaurants und auf lokalen Märkten in Apulien angeboten. Bei mir war die Focaccia die Beilage zu Aperitivo und Caprese.
Wie leicht man doch den Urlaub noch etwas kulinarisch nachklingen lassen kann.💚🤍❤️😉
Buon appetito!

Focaccia habe ich ewig nicht gebacken, das könnte ich auch mal wieder machen! Dein Rezept mit Kartoffel im Teig klingt sehr gut; ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das den Teig besonders saftig macht. 😋
Die Tageszeitung haben wir nach dem Urlaub übrigens immer ungelesen entsorgt, die hatte allerdings auch keine kulinarische Seite. 😉 Inzwischen haben wir die ganz abbestellt und lesen nur noch online, was mich aber nicht so glücklich macht. Irgendwie vermisse ich das Papiergeraschel am Frühstückstisch… 😄
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Stimmt, im Gegensatz zu anderen Rezepten war diese Focaccia auch am nächsten Tag noch fluffig und nicht trocken, aber dann gleich auch mal aufgegessen.😉 Das mit dem Papiergeraschel kann ich gut nachvollziehen, denn auch wir haben auf das Online-Format umgestellt. Am Wochenende gibt’s die Zeitung aber auch im Papierformat im Briefkasten (ich weiß gar nicht mehr warum!) und da gibt’s dann oft Beilagen mit kulinarischen Tipps.
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Ja, das finde ich auch und ich denke immer eine Zeit lang an den Urlaub zurück. Wenn das nicht so wäre, dann wars der falsche Urlaub.😜
Ja, das mit den Erdäpfeln ist echt genial. Man merkt sich zwar geschmacklich nicht wirklich, aber die Focaccia bleibt innen echt länger weich und außen wird sie knusprig. Aber egal wie, Focaccia und Aperitivo sind ein Dream-Team. Schön, dass ihr so verwöhnt werdet.
LG Günter
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Das Nachklingen lassen gehört zum Urlaub ja direkt dazu und kulinarisch gehts am besten ;-))
Ein Prachtstück von Focaccia ist das mit dem Erdapfel im Teig (das macht ihn knuspriger, gell) und den Gartenparadeisern drauf. Ich habe heute eine Genueser Focaccia bekommen, frisch gebacken von Mutters Betreuerin, wir werden alle verwöhnt von ihr…
lg
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